Wieso sollte es Aufgabe des Staates sein, bestimmen zu wollen, wann wir wo was einkaufen können? Der Staat soll zum Schutz von Arbeitnehmenden die Rahmenbedingungen für Nacht- und Sonntagsarbeit festlegen oder zum Schutz von Anwohnern Lärmvorschriften in Wohngebieten machen. Aber soll er festlegen, ob nach 23 Uhr noch Tiefkühlpizza verkauft werden darf?
Der Perfektionierungsgrad bei Gesetzen, Vorschriften, Erlassen und Auflagen hat absurde Verhältnisse geschaffen. Für Unternehmer, die sich an den Bedürfnissen der Kundschaft orientieren, wird der Entfaltungsraum sehr klein. Die Bedürfnisse haben sich über die Zeit geändert: Die Arbeitswelt erlaubt in vielen Fällen nicht mehr, vor halb sieben abends noch schnell einkaufen zu gehen.
Warum die Zurückhaltung? Es wird kaum eintreten, dass Grossverteiler und die gesamten innerstädtischen Geschäfte plötzlich sieben Tage in der Woche rund um die Uhr offen haben, denn der Gesamtkonsum wird sich durch längere Ladenöffnungszeiten nicht explosionsartig vergrössern. Insbesondere kleine Läden, Geschäfte an speziellen Passantenlagen, Tourismus-orientierte Läden oder solche mit Angeboten für Rand-, Nacht- und Sonntagszeiten würden von flexibleren Ladenöffnungszeiten profitieren. Die Nachfrage der Konsumenten wird bestimmen, wo flexible Angebote eine Chance haben. Auch der Arbeitsmarkt wird davon profitieren, Arbeitsstellen ausserhalb der (überholten) traditionellen Zeitstrukturen anzubieten. Insgesamt wird ein Kreislauf geschaffen, der sich natürlich reguliert. Auch ohne Vorgaben des Staates.
Auch wenn ich deren Meinung nicht teile, akzeptiere ich politische Kreise, die die veränderte Entwicklung der Gesellschaft bedauern und die Nachtstunden sowie den Sonntag heilig sprechen. Ich wehre mich jedoch dagegen, dass Gesellschaftspolitik über Gesetze gemacht wird. Die Geschichte hat mehrmals gezeigt, dass dieser Weg weder nachhaltig noch spannungsfrei ist.
Die kantonale Volksinitiative für freie Ladenöffnungszeiten erhält meine volle Unterstützung. Sie erlaubt, dass Unternehmer ihr Angebot zeitlich flexibler der Nachfrage anpassen und nicht durch absurde bürokratische Hürden schikaniert werden. Für eine Stadt wie Zürich ist dieser liberale Weg genau das Richtige.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen